Nährwerte berechnen oder Labor: Was lohnt sich wirklich?
Eine der häufigsten Fragen meiner Kunden: «Muss ich meine Nährwerte im Labor analysieren lassen oder reicht eine Berechnung?» Die kurze Antwort: Für die meisten handwerklichen Lebensmittel reicht die Berechnung – und sie spart Ihnen viel Geld und Zeit.
Beide Methoden sind legal
Zunächst die gute Nachricht: Die Schweizer LIV (Art. 21) erlaubt ausdrücklich beide Methoden zur Ermittlung der Nährwerte. Sie dürfen die Werte berechnen «anhand der bekannten oder tatsächlichen durchschnittlichen Werte der verwendeten Zutaten» – und das ist keine Hintertür, sondern explizit vorgesehen.
Vergleich: Berechnung vs. Labor
| Kriterium | Berechnung | Laboranalyse |
|---|---|---|
| Kosten | CHF 150 / Rezeptur | CHF 400–800 / Produkt |
| Dauer | 2–5 Werktage | 2–3 Wochen |
| Genauigkeit | Innerhalb BLV-Toleranzen | Höchste Präzision |
| Bei Rezepturänderung | Schnell neu berechnet | Neue Probe nötig |
| Aufwand für Sie | Rezeptur per Mail senden | Probe einsenden |
Wann das Labor zwingend ist
In bestimmten Fällen kommen Sie um eine Laboranalyse nicht herum:
- → Health Claims wie «proteinreich», «vitaminreich», «ballaststoffreich»
- → Produkte mit Vitamin- oder Mineralstoff-Anreicherung
- → Spezielle EU-Exportauflagen
- → Sehr komplexe Matrices (z.B. fermentierte Produkte)
Kostenrechnung: Beispiel mit 5 Produkten
Berechnung: 5 × CHF 150 = CHF 750
Labor: 5 × CHF 600 (Durchschnitt) = CHF 3'000
→ Ersparnis: CHF 2'250 (75%)
Empfehlung: Für Standard-Lebensmittel ohne Health Claims ist die Berechnung die smarte Wahl. → Nährwertberechnung ab CHF 150